Lieber Florentin,
Du bist ein netter Mensch.
Morgens, wenn Du vor uns wach wirst, bleibst Du ruhig in Deinem Bett liegen. Sobald Du aber hörst, dass wir uns in der Wohnung bewegen, machst Du auf Dich aufmerksam und rufst bzw. "singst" vielmehr "Hallo, hallo". Das kling ein wenig so, als wolltest Du uns daran erinnern, dass da im Kinderzimmer noch ein Kind ist, das wir bitteschön nicht vergessen sollen. Im Treppenhaus freust Du Dich immer, wenn wir Nachbarn begegnen, die Du mit "Hallo!" begrüßen kannst. Und auch auf der Straße rufst Du fast jedem, der uns auf dem Bürgersteig begegnet "Hallo!" zu.
Fast noch netter ist es, wenn Du Dich verabschiedest. Manchmal stellst Du Dich einfach nur hin und reckst Dein Gesicht nach oben, bereit, um einen Abschiedskuss zu bekommen. An anderen Tagen winkst Du und sagst "Ssüss" für "Tschüss". Am Anfang haben wir Dich oft daran erinnert bzw. gefragt, ob Du Dich noch von Papa oder Mama verabschieden möchtest. Neuerdings kennst Du die täglichen Abläufe so gut, dass Du Dich schon von alleine verabschiedest, sobald Du erkennst, dass Du mit Schuhen, Jacke, Mütze & Schal fertig angezogen bist. Potzblitz. Als das das erste Mal passierte, war ich ziemlich baff.
Dass zwischen Begrüßen und Verabschieden ein Zusammenhang besteht, scheint Dir langsam zu dämmern. Manchmal brabbelst Du "Hallo - Ssüss. Hallo - Ssüss. Hallo - Ssüss. Hallo - Ssüss. Hallo - Ssüss" vor Dich hin.
Neuerdings ist noch ein weiteres Wortpaar dazugekommen. "Hallo - Nein". Was das bedeutet, weißt nur Du allein.
In diesem Sinne: Hallo - Ssüss,
Deine Momon
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